Das Terrarium selber bauen - Nicht nur eine Frage der Optik – Holzterrarium kontra Glasterrarium

Terrarium: Boa Constrictor

Es ist beim Terrarienbau nicht nur eine Frage der Philosophie, sondern auch eine ganz praktische, ob man sich nun für ein Holzterrarium oder ein Glasterrarium entscheiden soll. Puristen unter den Terrarienfreunden stellt sich diese Frage nicht, das sie ohnehin fast reflexartig zum Glasterrarium neigen, aber bevor man sich beim Terrarienbau für das Material entscheidet, sollte man abwägen, was für den persönlichen Einsatzzweck beim zu bauenden Terrarium eher in Frage kommt und das ist nun einmal abhängig davon welcher Art das Terrarium sein wird und welche Reptilien darin gehalten werden sollen.

Das Holzterrarium ist in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen und bei vielen Terrarianern ist das Holzterrarium bis heute verpönt, aber auch bei den Holzterrarien ist Terrarium eben nicht gleich Terrarium und die Unterschiede sind teilweise elementar, denn alles steht und fällt beim Holzterrarium Marke Eigenbau letztlich wieder mit den hierzu verwendeten Materialien und entsprechend fällt auch die Qualität beim fertig gebauten Terrarium aus. Das erste Argument, das man rein instinktiv schon gegen ein Holzterrarium vorbringen wird, ist die Tatsache, das Holz sehr viel empfindlicher auf Feuchtigkeit reagiert, als das Glas tut. Das ist auf den ersten Blick richtig und eigentlich wäre damit jegliche Verwendung von Holzterrarien in der Terraristik sinnlos, aber wie gesagt: Holzterrarium ist eben nicht gleich Holzterrarium und das Geheimnis beim Terrarienbau ist die Beschaffenheit des verwendeten Holzes für das Terrarium und die Art des Terrariums. Handelsübliche Hölzer, die sich generell für den Terrarienbau eignen, sind in der Tat nicht für Feuchtterrarien geeignet, zu denen auch die beliebten Regenwaldterrarien gehören. Anders verhält es sich bei einem Wüstenterrarium oder Trockenterrarium, in denen keine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen muss. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass für den Terrarienbau immer Holz verwendet wird, dass vollständig ohne Lösungsmittel behandelt wurde, weshalb normales, lackiertes Bauholz niemals für ein Terrarium eingesetzt werden darf, weil die Reptilien diese Stoffe über die Nahrung, die Haut und die Atemluft aufnehmen und schwer erkranken können. Eine bessere Alternative sind die beim Terrarienbau beliebten OSB Platten, die mit schadstoffarmen Lacken versiegelt werden und die, eine entsprechend gute Qualität vorausgesetzt, für ein Holzterrarium durchaus gut verwendet werden sollen.

Beim Einsatz von Spanplatten für den Terrarienbau ist höchste Vorsicht geboten, denn Span quillt bei der geringsten Feuchtigkeit sofort auf. Hier muss jede einzelne Naht am Terrarium absolut dicht mit Silikon versiegelt werden, denn sonst ist die Freude am eigenen Holzterrarium nur von kurzer Dauer. Besser geeignet sind für den Bau von Holzterrarien in jedem Fall beschichtete Spanplatten, wie sie zum Beispiel als Arbeitsplatten im Küchenbereich eingesetzt werden. Die Luxusklasse unter den Holzplatten für den Terrarienbau sind die sogenannten Siebdruckplatten, die so wasserresistent sind, dass man aus ihnen nicht nur ein tolles Holzterrarium, sondern auch ohne weiteres ein Aquarium bauen könnte. Allerdings gibt es bei der Verwendung von Siebdruckplatten für den Terrarienbau zwei erhebliche Probleme: Zum einen sind Siebdruckplatten schwer zu bekommen und zum anderen sind sie sehr teuer, so dass der Preis für das selbstgebaute Holzterrarium in astronomische Höhen steigen kann.

Glasterrarien sind für viele Terrarienfans das Nonplusultra und mit Sicherheit ist das Glasterrarium die am meisten verbreitete Form bei der Reptilienhaltung. Ein Glasterrarium selbst zu bauen, ist eine Herausforderung, die nur den guten Handwerkern unter den Terrarianern vorbehalten bleiben muss, denn das Hantieren mit Glas und dessen Verarbeitung ist eine Wissenschaft für sich. Zudem können Fehlschläge hier schmerzhaft und teuer werden und das selbstgebaute Glasterrarium wird dann gleich um ein vielfaches teurer, als der Kauf bei einem industriell gefertigten Glasterrarium der Luxusklasse jemals werden könnte. Vergessen Sie auch nicht, dass zum richtigen Bearbeiten von Glas das entsprechende Werkzeug vorhanden sein muss, denn ansonsten wird aus dem eigenen Glasterrarium schnell ein großer Scherbenhaufen. Für den Einsatz von Glasterrarien sprechen gewichtige Argumente und hier ist nicht nur der Fakt zu erwähnen, dass ein Glasterrarium viel leichter gereinigt werden kann, als ein Holzterrarium und dass die Schaffung hygienischer Verhältnisse in einem Glasterrarium damit sehr viel leichter ist. Gegen den Bau von Glasterrarien spricht höchstens der Fakt, das Glas ein denkbar schlechter Isolator für Wärme ist und dass in einem Glasterrarium sehr viel Wärme verloren gehen kann. Aber auch diesen Nachteil kann man ausgleichen. Zum Beispiel mit der Verwendung isolierender Rückwände im Glasterrarium.

Die finale Entscheidung, ob es nun ein Glasterrarium oder Holzterrarium sein soll, muss jeder Terrarianer für sich selbst entscheiden, abhängig ist diese Wahl wahrscheinlich immer vom persönlichen Budget beim Terrarienbau und vom Verwendungszweck. Egal, ob sie sich beim Selbstbau für ein Glasterrarium oder ein Holzterrarium entscheiden: Terrarienbau ist eine faszinierende Sache, an der Sie – handwerkliches Geschick vorausgesetzt – viel Freude haben können, wenn Sie ein paar Grundregeln beachten.

Supergünstiges Zubehör und gute Tipps für den Terrarienbau erhalten Sie übrigens hier. Wenn Sie fragen zum Bau Ihres persönlichen Traumterrariums haben, hilft man Ihnen ebenfalls gerne weiter.